Lilith Diringer (BA 2019)

Ich war mir bei der Studienwahl tatsächlich lange unsicher. Zu viele Themen, die mich begeisterten und immer noch begeistern, zu viele Städte, die attraktiv scheinen. Meine Qual der Wahl müntzte ich kurzerhand in positiv gestimmten Aktionismus um, indem ich an verschiedene Standorte reiste und einfach einmal in den Studienalltag eintauchte. Auch in Dresden konnte ich eine halbe Woche verbringen und dank freundlichem Kontakt zum FSR hatte ich sogar direkt eine Ansprechpartnerin vor Ort, der ich Löcher in den Bauch fragen konnte. Und was soll ich sagen – kaum ein halbes Jahr später stand ich genau auf der anderen Seite und telefonierte mit Studieninteressierten als gewählter Teil des Fachschaftsrat. Meine Begeisterung während der „Schnuppertage“ konnte sich im Laufe meines bisherigen Studiums bestätigen. Die Stadt, die reiche Kultur und die Atmosphäre lassen sich genießen, egal ob beim Lachyoga am Sommerpalais oder beim Weihnachtsmarktspaziergang in der Altstadt. Mit unmittelbarer Nähe zu den Bergen sind sogar die etwas leergefegten Straßen aufgrund der Covid-Einschränkungen ein bisschen besser verkraftbar. Hinzu kommt die Vorfreude auf eine Nach-Corona-Zeit, in der Dresden wieder sein volles Potential seiner Theater- und Museenlandschaft entfalten kann.

Inhaltlich genieße ich die Vielseitigkeit des Studiengangs, wobei wir trotzdem weit tiefer als an der Oberfläche kratzen. Die Dozierenden sind durchweg motiviert und haben in Zeiten der Onlinelehre nochmals mehr unter Beweis gestellt, wie wichtig es ihnen ist, dass wir etwas aus den Lehrveranstaltungen mitnehmnen. Sowohl inhaltlich als auch methodisch lässt sich ein abwechslungsreicher Alltag gestalten. Ich kann zudem nur allen Studierenden empfehlen möglichst früh ein bisschen die Scheuklappen abzulegen und Kurse rechts und links vom Curriculum zu wählen. Mir persönlich bringt dies einen größeren Weitblick, einen Schub zusätzlicher Motivation und einen Austausch mit Studierenden vieler verschiedener Fachrichtungen.

Neben den Fachinhalten und den Stadt- und Naturerlebnissen bieten auch die breitgefächerten Hochschulgruppen der TU viel Raum sich auszutoben. Über den erwähnten Fachschaftsrat hinaus, den ich wärmstens empfehlen kann, lässt es sich beim Theater DIE BÜHNE on Stage ausprobieren genauso wie hinter den Kulissen in der Maske, in der Kostümbildnerei, beim Bühnenbild oder an der Technik. Vorstandsposten lassen sich in diesem künstlerischen Betrieb genauso belegen, wie an anderer Stelle, so z.B. bei PAUL Consultants, der studentischen Unternehmensberatung mit einer projektbezogenen Möglichkeit, sich Wissen und Geld dazu zu verdienen. Die Liste an spannenden Gruppen wie z.B. on the Move im Sinne des psychischen Wohlbefindens, oder Mit Sicherheit verliebt zur Sexualbildung in Schulen lässt wirklich kein Interessensfeld aus.

Fazit: ich bin super happy in Dresden zu studieren. Die Kombination aus der gastfreundlichen Stadt, der TU-Vielseitigkeit, der Herzlichkeit der Kommilitonen und der spannenden Inhalte macht es fast schon schade, zum dann doch zu attraktiven Auslandssemester aufzubrechen.

Ähnliche Beiträge

  • Selma Cafferty (BA 2022)

    „Anarchy is what states make of it.” Alexander Wendt bringt auf den Punkt, was mich an IB fasziniert: Die Weltordnung ist kein starres System, sondern wird durch menschliches Handeln und Vorstellungen geprägt. Im Studium befassen wir uns mit den drei Strukturelementen Politik, Wirtschaft und Recht, um Praktiken und Dynamiken besser zu verstehen. Im Mikrokosmos IB…

  • Jonas Breitner (MA 2020)

    Ich habe mich für den Master IB mit Schwerpunkt Globale Politische Ökonomie entschieden, da ich nach meinem eher wirtschaftswissenschaftlichen Bachelor das wechselseitige Verhältnis von Wirtschaft und Politik besser begreifen wollte. Meine Motivation speist sich aus diesem Interesse und dem Idealismus, dass, wenn man die Welt ein Stück weit verbessern möchte, man erst versuchen muss sie…

  • Eva (BA 2025)

    Mit IB wählt ihr einen Studiengang, der durch seine Vielfältigkeit nicht nur unglaublich abwechslungsreich ist, sondern euch auch Teil einer inspirierenden Gemeinschaft sein lässt. Das Studium schafft die theoretischen Grundlagen, die Menschen führen euch zu Ehrenämtern, Debatten, Hobbies, Erfahrungen und Ideen weit darüber hinaus. Jede:r bringt eigenen Erlebnisse mit, die sich auf dem ganzen Globus…

  • Anna Brehm (BA’14)

    Wo bist du gerade? Gerade liege ich in der Hängematte auf einer kleinen Karibikinsel irgendwo zwischen Panama und Kolumbien. Für mein Auslandssemester war ich allerdings bis vor ein paar Wochen in Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens. Warum hast du dich für diesen Ort entschieden?   Neben meinem allgemeinen Interesse an und meiner Begeisterung für Lateinamerika, seine…

  • Henri Weindel (BA 2017)

    „Wir sind hier nicht das deutsche Harvard.“ Mit diesen Worten wurde mein Jahrgang am Zentrum für Internationale Studien (ZIS) empfangen geheißen, und auch ich möchte gerne die Gelegenheit nutzen, Vorstellungen vom IB-Studium in Dresden als abgehoben und elitär zu entkräften. Zwar zeichnet sich der Studiengang sicherlich durch ein für deutsche Verhältnisse ausgezeichnetes Betreuungsverhältnis zwischen Lehrenden…

  • Ana und Lilly (BA 2025)

    Nach einem aufregenden (und sehr schnell vergangenen) ersten IB-Jahr in Dresden wissen wir tatsächlich gar nicht, womit wir anfangen sollen, über IB zu erzählen. Fangen wir vielleicht mit dem wichtigsten Teil an: der IB-Familie (aka IBubble)! Viele Abende an der Elbe, in der Neuse und in der Neuen Mensa Cafeteria haben uns durch den regnerischen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert