Anna Brehm (BA’14)

Wo bist du gerade?

Gerade liege ich in der Hängematte auf einer kleinen Karibikinsel irgendwo zwischen Panama und Kolumbien. Für mein Auslandssemester war ich allerdings bis vor ein paar Wochen in Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens.

Warum hast du dich für diesen Ort entschieden?  

Neben meinem allgemeinen Interesse an und meiner Begeisterung für Lateinamerika, seine Menschen, seine Kulturen und sein Lebensgefühl habe ich mich auch für Bogotá entschieden, um meine Spanischkenntnisse zu verbessern (hat geklappt). Außerdem hat es mich sehr interessiert, den aktuellen Friedensprozess zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC vor Ort zu verfolgen und mit Kolumbianer*innen darüber in Kontakt zu kommen. Letztlich hat mich auch gereizt für ein paar Monate in einer der größten und sich am schnellsten entwickelnden Städte Lateinamerikas zu leben.

Welchen Einfluss hat dein Auslandssemester auf dich? Welche Herausforderungen musstest du meistern?  

Mein Auslandssemester hat mir vor allem eine Sache gelehrt: es kommt Vieles ganz anders als geplant oder erwartet. Ich habe dadurch gelernt spontaner und flexibler zu sein, zu akzeptieren, dass man auf manche Dinge einfach keinen Einfluss hat und auch schwierige Situationen positiv und als Herausforderung zu sehen. Die größte Herausforderung war für mich am Anfang, einen Tag nach den letzten Klausuren in Dresden, auszuziehen, zu packen, mich zu verabschieden, in einer 10-Millionen Stadt anzukommen und direkt mit den Kursen an der Gastuni anzufangen und gleichzeitig die ganzen alltäglichen und organisatorischen Dinge zu meistern, viele neue Menschen kennenzulernen, Stunden bei der kolumbianischen Migrationsbehörde zu verbringen und dabei aber noch gar nicht den Kopf frei zu haben für so viele neue Eindrücke. Mich nicht mehr so frei und alleine bewegen zu können und oft auf andere angewiesen zu sein, war eine weitere Herausforderung für mich.

Was erzählt einem vorher niemand wenn man ins Ausland geht?  

Zeit im Ausland geht für gewöhnlich schnell rum. Aber niemand kann einem vorher beschreiben WIE schnell die Zeit eines Auslandssemesters wirklich rumgeht. Außerdem: um peinliche oder nervige Situationen zu vermeiden sollten folgende Dinge stets mit sich geführt werden: Reisepass, Wasser und Klopapier.

Was war bisher deine beste Erfahrung?  

Die Einladung einer Freundin aus der Uni, ein Wochenende bei ihrer Familie zu verbringen. Wir waren auf einer wunderschönen Finca in den Bergen und haben abends draußen am Lagerfeuer Filme geguckt, endlich Aguardiente lieben gelernt und ich habe mich richtig willkommen und zuhause gefühlt. Die Herzlichkeit und die Gastfreundschaft aber auch vor allem die Möglichkeit, Kolumbien von einer ganz anderen Seite kennenzulernen, waren besonders.

Welche unglamuröse, nervige Sache lässt du bei Erzählungen über dein Auslandssemester sonst gerne aus?  

Dass bei kitschig, bunt-blinkenden Weihnachtslichtern und Weihnachtsliedern als Salsa-Version einfach keine Weihnachtsstimmung aufkommt. Die Tatsache, dass Bogota alle vier Jahreszeiten zu bieten hat – und zwar an einem Tag. Man geht also immer mit Regenschirm, Sonnencreme und dicker Jacke bewaffnet aus dem Haus. Wie viel Immodium man tatsächlich während eines Auslandssemesters verbrauchen kann. …..Und wie viel Zeit (und Gedanken) ich mit den zwei Hausarbeiten verbracht habe, die ich noch für Kurse aus dem letzten Semester in Dresden schreiben musste.

Gibt es eine kleine persönliche Anekdote/Beobachtung die das Land deiner Wahl treffend beschreibt?  

Während einer Reise wollten wir abends noch mal eben in einen nur 15 km entfernten Ort weiterfahren. Dass man dabei allerdings einmal umsteigen musste, wurde uns zum Verhängnis: wir haben stundenlang im strömenden Regen an einer kolumbianischen Autobahn gestanden und versucht den richtigen Bus anzuhalten (der angeblich alle 20 Minuten dort vorbeifahren sollte) bis es letztendlich stockfinster war. Der Mann an dessen Kiosk wir gewartet haben, hat sich dann letztendlich selbst mit einem Schild in den Regen an die Autobahn gestellt und so lange gewartet, bis ein Bus für uns angehalten hat. In Kolumbien läuft vieles nicht immer nach Plan und ist mit einer „deutschen Brille“ oft furchtbar chaotisch, frustrierend und nicht verständlich. Die Menschen dieses Landes sind aber unglaublich freundlich, herzlich und hilfsbereit…und genau der Grund, warum man beim Abschied schon über das Wiedersehen nachdenkt.

Grußwort an deine Kommiliton*innen rund um den Globus?  

Ich hoffe ihr macht alle gerade wunderbare, herausfordernde und prägende Erfahrungen im Ausland und kommt mit vielen neuen Ideen, neuer Motivation und Energie nach Dresden zurück. Ich bin gespannt euch zum Sonnenscheinsemester in Dresden wiederzusehen und davon zu hören. Ein Auslandssemester geht unglaublich schnell vorbei…und ein sechstes Semester in Dresden auch, vor allem in solch guter Gesellschaft! Ich hoffe wir können viel Zeit davon gemeinsam verbringen….ich freue mich auf euch!

Jan-Phillip Graf (Bachelor of Arts)

Beim Anschauen typischer Tagesnachrichten wird einem schnell klar, dass sich die internationale Politik nicht an Grenzen klassischer Studiendisziplinen hält. Das Studium der „Internationalen Beziehungen“ an der TU Dresden bietet einen gelungenen interdisziplinären Ansatz, welcher Multiperspektivität fördert und fordert. Neben einer grundlegenden methodischen Ausbildung in den Bereichen der Politik-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften existiert ein großes Angebot zur Spezialisierung. Die Angst, dabei nur oberflächliche Grundlagen vermittelt zu bekommen, ist unbegründet. Kaum ein reguläres Jura- oder Politikstudium gibt einem die Möglichkeit bereits im Bachelor das internationale System (bspw. Themengebiete wie „Völkerrecht“ oder „internationale Politik“) so ausführlich zu studieren, wie IB. Eine zusätzliche Fremdsprachenausbildung, sowie ein verpflichtendes Auslandssemester bilden hierbei ein weiteres „internationales“ Element.

Maßgeblich zum Erfolg dieses Konzeptes tragen nicht nur das angenehme Studienumfeld, welches die TU Dresden und das ZIS bieten, sondern auch die engagierten und hochmotivierten Kommiliton*innen bei. Gegenseitige Unterstützung wird zur Selbstverständlichkeit und somit entstehen während des Studiums Freundschaften für das gesamte Leben.

Luise Quaritsch und Pauline Koch (Bachelor of Arts)

Was ist eure prägendste Erinnerung an IB bisher?

Pauline: Der Begrüßungs-Pfeffi in der Ersti-Woche, so etwas hatte ich bis dahin noch nie gesehen oder getrunken.
Luise: Und die Dachbodenparty in der Ersti-Woche! Da kannten wir uns alle noch nicht so richtig, haben uns aber beim Tanzen zu irgendwelchen Schlagern auf dem Dachboden dann schnell kennengelernt!
 

Was hat IB euch beigebracht?

Luise: Ich habe schon im zweiten Semester gelernt, mir Themen selbst zu erarbeiten. Und durch den engen Zusammenhalt der Studierenden kann ich für mich selbst viel positive Energie aus der Energie der anderen ziehen. Pauline: Ja, genau dieser Zusammenhalt, der macht IB für mich aus! Man lernt, niemanden zurück zu lassen. Für mich selbst arbeite ich noch daran, kritischer zu werden und mehr Fragen zu stellen, auch das kann IB einem beibringen.

Was macht eine*n typische*n IB-ler*in für euch aus?

Luise: Ein*e typische*r IB-ler*in ist für mich effizient, ehrgeizig, freundlich und offen. Pauline: Er oder sie ist kritisch, kreativ und selbstbewusst. Und immer mit dem Fahrrad unterwegs, wobei er oder sie nicht unbedingt so sonderlich gut Fahrrad fahren kann!

Niko Langhammer (Bachelor of Arts)

Wo arbeitest du gerade?

Momentan mache ich ein Praktikum bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Bonn. Vorher war ich ein halbes Jahr bei der IHK in München und habe im Bereich Außenwirtschaft gearbeitet. Nach dem Gap Year fange ich dann meinen Master in „Governance and Public Policy“ in Passau an.

Was ist deine prägendste Erinnerung an IB?  

Das war die Studienfahrt nach Wien im ersten Semester des Studiums! Wir sind dort zu einer tollen Gemeinschaft zusammengewachsen. Erinnerungen an das Studium sind für mich vor allem mit den Menschen verbunden, die das Studium ausgemacht haben.

Was hat IB dir beigebracht?  

Da muss ich jetzt mal das typische Klischee nennen: Ich kann mich mit vielen unterschiedlichen Themen sehr schnell auseinandersetzen. Das lernt man tatsächlich und es bringt einem unglaublich viel. Von jedem Thema verstehe ich so zumindest immer ein bisschen was.

Was macht den typischen IB-ler aus?  

Der IB-ler funktioniert effizient. Er kann klotzen, wenn er klotzen muss und wenn er entspannen kann, dann wird auch so richtig entspannt und gefeiert.